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Kandidat zweiter Klasse?

Äusserlichkeiten spielen eine große Rolle dabei, für wen man sich interessiert. Zum Glück ist das meiste Geschmackssache. Allerdings entspricht manches leider nicht dem Durchschnitts-Geschmack: Mit dreissig Kilo Übergewicht oder anderen "Makeln" abseits der Norm erlebt ein bindungswilliger Single in der Regel mehr Bauchlandungen als andere.

Kandidat zweiter Klasse?

Mit kleinen Fehlern

Zu gross, zu klein, statt Normal-Nase ein enormer Zinken - all das kann sich bei der Partnersuche als Handicap erweisen. Manches hat auch nichts mit der äußeren Erscheinung zu tun, Arbeitslosigkeit beispielsweise kann abschreckend wirken. Wobei es natürlich keine objektiven Kriterien dafür gibt, warum jemand "keinen abkriegt". Für den Betroffenen ist das allerdings kein großer Trost. Er zieht sich in sein Schneckenhaus zurück, locker auf Leute zuzugehen wird immer schwieriger. Wenn es Ihnen ähnlich geht, sollten Sie zunächst Ihr Selbstbild prüfen. Bei überkritischen Gedanken wie "Andere sehen viel besser aus als ich und sind sowieso viel toller" können Sie nur schlecht abschneiden. Allerdings: Es gehört mehr als nur ein gefestigtes Selbstvertrauen dazu, mit ständigen, immer durch dieselbe Äusserlichkeit verursachten Körben fertig zu werden. Und schliesslich fallen das Übergewicht oder die Gehbehinderung beim Kennenlernen sofort ins Auge.

Dilemma im Internet

Auch das Internet bietet nur scheinbar einen Ausweg. Zwar haben Sie hier die wertvolle Möglichkeit, sich erst mal unabhängig von Äusserlichkeiten "als Mensch" zu präsentieren. Ein Vorzug, der jedoch auch verletzlich macht. Wenn man vorhat, sich nach dem Online-Vorlauf im realen Leben zu verabreden, wenn man von einer wirklichen statt einer virtuellen Beziehung träumt, besteht die Gefahr, dass das Gegenüber einen bei dieser Begegnung ablehnt. Eine besonders schmerzliche Abfuhr, die vielleicht noch nicht mal unmittelbar durch bestimmte Äusserlichkeiten ausgelöst wird, sondern dadurch, dass einer sich während des Kontakts ein Bild vom anderen gemacht hat, das mit der Realität nicht zu vereinen ist. Was also tun? Natürlich sollten Sie die Chance nutzen, beim Kontakt im Internet Ihre "schöne Seele", Ihre inneren Werte und Ihren Charme wirken zu lassen. Achten Sie jedoch darauf, Ihr Äusseres und Ihre Lebensumstände aus dem Kontakt nicht herauszuhalten, und machen Sie den anderen nichts vor.

Sag ich's - und wie?

Weise ich auf meinen Schwachpunkt hin oder nicht? Da gilt es abzuwägen. Eine Charakternase oder O-Beine braucht man nicht zu beichten. Starkes Übergewicht oder eine Körperbehinderung sollten jedoch erwähnt werden, ohne den anderen deshalb gleich mit gegebenenfalls zugehörigem Leid und Frust zu überfallen. Üben Sie sich in gemässigter Offenheit. Lassen Sie zum Beispiel einfliessen, dass Sie einige Pfunde zu viel wiegen, behalten Sie aber die exakte Zahl für sich. Einfach weil Ihr Gegenüber sich sonst leicht ein verzerrtes Bild von Ihren Proportionen machen könnte. Plakativ-offensive Attribute wie "Rubenstyp" oder "Ein ganzer Kerl" sind allerdings Geschmackssache und können etwas abgegriffen wirken. Ganz schön kniffelig, mögen Sie denken; so viel Wirbel um die äussere Hülle? Es geht jedoch um weit mehr als das. Wenn Sie Ihren Körper beschreiben, geben Sie auch Wesentliches von sich preis: ob Sie nur so sprühen vor Lebenslust oder ob Sie eher an sich leiden. Natürlich kann es passieren, dass Sie jemanden mit Ihren offenen Worten abschrecken. Das wäre dann aber wohl ohnehin nicht der Richtige gewesen. Zudem gibt es auch Menschen, die Sie gerade durch Aufrichtigkeit erreichen. Nicht vergessen: Kaum jemand ist vollkommen.

Das Risiko eingehen

Letztlich ist es bei im Internet begonnenen Kontakten wie im wirklichen Leben auch: Sie brauchen etwas Mut zum Glück. Warten Sie mit dem ersten realen Treffen nicht zu lange; sonst verstricken Sie sich womöglich in Phantasien. Nach wenigen Wochen - je intensiver der Kontakt, desto früher - sollte es schon so weit sein. Beruhigende Tatsache: Ein einziger Volltreffer mit beiderseitiger Sympathie und Anziehung reicht. Wer meint, einen speziellen Schönheitsfehler zu haben, gerät leicht in Versuchung, diesem alle Verantwortung für mangelnde oder scheiternde Kontakte zuzuschieben. Oft ein Trugschluss, zumal ein Korb viel mit dem zu tun hat, der ihn gibt. Gehen Sie also bewusst auf andere zu, statt bloss abzuwarten, ob sich "irgendwann mal was ergibt". Es kann auch nicht schaden zu prüfen, wie offen man selbst gegenüber den "Makeln" anderer ist. Der beste Zeitpunkt, in punkto Kontaktaufnahme aktiv zu werden, ist immer dann, wenn Sie sich gut und stark fühlen. Wenn Sie enttäuscht worden sein sollten, gehen Sie sorgsam mit sich um. Treffen Sie sich mit Freunden, die Ihnen das Gefühl geben, dass Sie rundum mehr sind als nur die "falsche" Zahl auf der Waage oder Ähnliches. Und schliesslich finden Sie den Menschen, der zu Ihnen passt, vielleicht schon mit dem nächsten Klick.

Annemarie Lüning/Parship

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