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Der Erste Kontakt

Knigge für den Online-Flirt

Höflichkeit macht das Leben leichter - eine Erkenntnis, die gerade eine Renaissance erlebt. Über den Umgang mit Online-Bekanntschaften wusste Freiherr von Knigge natürlich noch nichts, wir dafür um so mehr.

Knigge für den Online-Flirt © istockphoto.com

Wissen Sie, wie man den Papst anredet? Kommen Sie besser als "Pretty Woman" Julia Roberts damit klar, wenn Ihnen in einem Gourmet-Lokal Schnecken serviert werden? Nein? Macht nichts. Die Online-Partnersuche bringt Sie allerdings in Situationen, in denen Sie ein Quantum Knigge wirklich gut gebrauchen können. Weil Sie es sich damit leichter machen und nicht zuletzt Respekt gegenüber dem anderen zeigen.

Ein guter Auftakt

Ihre persönliche "Benimm-Show" beginnt bereits vor einer Kontaktaufnahme: Sehen Sie sich den Partnervorschlag an. Aufmerksam. Wenn Sie als Pummelchen jemanden anschreiben, der in seinem Profil "Bitte keine Übergewichtigen!" vermerkt hat, zeugt das von einiger Ignoranz. Schon Knigge wusste: Vorsicht ist im Schreiben noch weit dringender als im Reden zu empfehlen - und dabei kannte der Freiherr die verführerische Einfachheit elektronischer Korrespondenz noch gar nicht. Lesen Sie vor dem Senden alles noch einmal durch und achten Sie auf die Rechtschreibung.

Du oder Sie?

Die Anrede ist ein Kapitel für sich, es sei denn, Sie sind unter 30 - da liegt das Du sehr nahe. Und: Schweizer über 30 neigen eher zum Du als Deutsche. Unsicheren rät Parship-Psychologin Sabine Wery v. Limont: "Warten Sie, bis das Du-Gefühl entsteht." Für den Fall, dass Sie sich von einem Du überrumpelt fühlen, empfiehlt v. Limont eine direktere Strategie: "Einfach den anderen darauf hinweisen, dass zu schnelle Vertraulichkeiten nicht gewünscht werden." Eine "falsche" Anrede - ob nun Du oder Sie - muss keinesfalls gleich das Ende sein. Achten Sie darauf, ob Ihr Kontakt sich auch sonst als unsensibel erweist.

Gruß und Kuss ...

Ironie wird in Mails von unbekannt leicht missverstanden. Seien Sie mit Humor generell vorsichtig, bis Sie sich besser kennen. Vermeiden Sie auch verfrühte Nähebekundungen nach dem Motto: "Oh, dann könnten wir ja gemeinsam ...". Was als unpassend empfunden wird, hängt vom Alter und individuellen Grenzen ab: Der 47-jährige Johann findet es beispielsweise "schlichtweg blöd", schon mit der ersten Mail "viele liebe Grüsse" zu versenden. Die Massstäbe von Beate (35) sind weit weniger streng, sie reagiert jedoch allergisch auf elektronische Küsschen schon zu Beginn eines Kontakts: "Das kann ja wohl kaum ernst gemeint sein."

Beim ersten Treffen

Sie bemühen sich um Pünktlichkeit, klar. Es lohnt sich, die Handy-Nummer der anderen bzw. die Nummer des Treffpunktes parat zu haben, falls Sie unerwartet im Stau stecken. Tabu beim Gespräch: Ihr Gewicht, Krankheiten, Verluste an der Börse, kurz alles, was die Stimmung drücken könnte. Unhöflich sind unverblümte Urteile - "Auf dem Foto sahen Sie viel blonder aus!" zur teilergrauten Fünfzigerin, "Du glaubst an Horoskope? Schwachsinn!" - sowie der Versuch, den anderen zu missionieren: "Wusstest du nicht, dass so viel Salz gesundheitsschädlich ist?" Widmen Sie dem anderen ungeteilte Aufmerksamkeit (Handy aus!) und vermeiden Sie es, ihr oder ihm körperliche Nähe aufzuzwingen.

Die Rechnung, bitte!

Tipp: Wenn Sie die Rechnung übernehmen möchten, lassen Sie das schon bei der Verabredung durchblicken, der andere kann dann frühzeitig ablehnen oder entspannt geniessen. Im Idealfall haben Sie genug Bares für die gesamte Zeche dabei. So sind Sie gewappnet, falls Ihre Begleitung irrtümlich von einer Einladung ausgeht, und können - wenn Sie wollen - so tun, als sei das auch Ihr Plan gewesen. Vermeiden Sie Streiterei, wenn der andere unbedingt zahlen will; einmaliger höflicher Widerspruch ist erlaubt. Weitere Romantik-Killer: Pedanterie beim Teilen der Rechnung und die Frage nach einer Bewirtungsquittung. Achtung: Wenn Sie trotz Einladung auf Halbe-Halbe bestehen, kann das als Wink (miss-)verstanden werden. Bei der Verabschiedung sollten Sie auf die Signale achten und - wenn Sie sich unsicher sind - fragen, ob Sie sie umarmen dürfen - ohne Hintergedanken.

Absagen ist Gold

Zur Höflichkeit gehören auch Absagen, selbst dann, wenn es gar nicht erst zu einem weiterem Kontakt kommt. Natürlich müssen Sie sich nicht jedem, der Sie zufällig anspricht, ausführlich widmen - im Internet ebenso wenig wie in der realen Welt. Ein "Nein, danke!" bzw. bei der Kontaktanfrage zumindest eine Reaktion per Mausklick sollte jedoch drin sein. Marion (29): "Leider musste ich mehrfach erleben, dass Mailkontakte, die rege und nett verlaufen sind, plötzlich ohne Begründung beendet wurden ..." Denken Sie daran, dass Ihr Gegenüber ein Mensch ist und keine bloss virtuelle Grösse. Die elektronische Partnersuche verführt dazu, sich anonym aus dem Staub zu machen oder sich auf andere Weise unhöflicher zu verhalten als man es im üblichen sozialen Kontext tun würde. Sie fahren jedoch am besten, wenn Sie andere so behandeln, wie Sie es sich auch für sich selbst wünschen würden - für viele angenehme Begegnungen im Netz.

Annemarie Lüning/Parship

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