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Single-Leben

New Years Adam

Viele Schwule beherrschen eine Disziplin mit ausserordentlicher Zwanghaftigkeit: das Sich-Amüsieren. Schön, dass der Kalender einen Tag dafür auserkoren hat, an welchem die Vergnügungsverpflichtung legitim ist: Silvester.

New Years Adam © istockphoto.com

Dass das Vorfeld mit Mühe, Sorge und Panik gepflastert ist ("Wo geh ich hin", "Lädt mich überhaupt jemand ein?", "Soll ich jetzt mit Vlad nach St. Moritz oder zu Elkes Studentenparty im Wedding, und wer nimmt es mir übler, wenn ich nicht erscheine?"), das vergisst sich schnell, wenn man auf der perfekten Party angekommen ist. Die perfekte Party gestaltet sich, je nach Lebensabschnitt, ganz unterschiedlich. Candle-Light-Dinner mit dem Partner, Kartoffelsalat und Monopoly mit den besten Freunden, die GROSSE Party, wo man all die Coolen und Wichtigen trifft, oder eine intensive Clubnacht, die bis zum 2. Januar andauert - alles ist möglich (wobei man für das Candle-Light-Dinner mit Partner zugegebenermassen zumindest einen Partner bräuchte)

Feiern, wann ich will? Da das besagte Vorfeld sich über mehrere Wochen erstreckt - schon lange vor Weihnachten erkundigen sich Freunde untereinander, wer am letzten Tag des Jahres was mit wem plant -, birgt diese Zeit Schlaglöcher und Fallstricke der Frustration, die den einen oder die andere dazu bringt, sich die Frage zu stellen: Was soll der Dreck eigentlich? Kann ich nicht feiern, wann ich will? Dahinter verbirgt sich meist eine Seelenhaltung, die es besonders verdienen würde, weggefeiert zu werden, aber dennoch: Es gibt Menschen, denen der Sinn nicht besonders nach Feiern steht. Silvester - drei Männer, drei Erfahrungen:

Tim - und die Sache mit dem Ex Silvester 2006. Tim besucht mit seinem besten Freund Johnny eine Privatparty. Zwischen 60 und 80 Leuten essen, tanzen, trinken, feiern in einer Dreizimmerwohnung in Moabit. Die Stimmung könnte nicht besser sein. Die Musik stimmt, die Gäste bestehen aus genau der richtigen Mischung aus alt, neu, geliehen und blau. Jungs mit 70ies Frisuren, Mädchen in Stiefeln, eine Cheerleaderin, die ihren Baseball-Lover im Schlepptau hat. Die Unterhaltung prickelt, der Champagner perlt. Das Jahr wechselt - und um 5 Uhr beschliesst Tim, unbedingt noch in die schwule Absturzkneipe gehen zu wollen, in der die Nacht selten vor Mittag endet. Wo der Schwulenmangel der Party kompensiert und Silvester zu einem fulminanten Abschluss gebracht werden soll. Und wo sein Ex arbeitet.

Ob man Silvester nun im Rausch verbringt, im Flieger oder online: man sollte sich nicht auf eine Art und Weise festlegen. Mit einem Jahr bewusst abzuschliessen ist ein Prozess, dessen Effektivität man nicht abstreiten kann. Und wer heute noch nicht weiss, was er am 31.12. bloss tun soll, dem sei vor allem eines empfohlen: Machen Sie sich keinen Stress. Es gibt kaum eine Nacht des Jahres, in der es einfacher ist, Menschen zu begegnen. Und wenn Sie die Wahl haben zwischen einer langweiligen Party oder einer Nacht im Club mit Unbekannten, dann entscheiden Sie sich für die aufregendere Variante. Ich wünsche einen schönen Jahreswechsel!

Volker Ludewig/gayParship

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